Aktuelles

Klarheit für Verbraucher: Was unser Verbraucherschutzregister bezweckt


Datum der Veröffentlichung: 18. März 2025


Verbraucherschutz darf kein Papiertiger sein. Wer Menschen mit Tricks, Lockangeboten oder unlauteren Geschäftsmethoden täuscht, der handelt nicht nur unmoralisch – er handelt gegen die Interessen von Millionen Verbraucherinnen und Verbrauchern. Wir haben genug davon, dass solche Fälle unter den Teppich gekehrt werden. Mit dem Verbraucherschutzregister setzen wir ein Zeichen und machen Schluss mit der Intransparenz.

Was ist das Verbraucherschutzregister?


Das Verbraucherschutzregister dokumentiert, wo es Beschwerden gibt – und zwar nicht irgendwo im Verborgenen, sondern öffentlich und nachvollziehbar. Es ist ein Werkzeug der Wahrheit. Unternehmen, die im großen Stil Verbraucher täuschen oder regelmäßig auffallen, werden dort gelistet – klar, strukturiert und mit allen relevanten Informationen. Damit jeder sehen kann, wie es um bestimmte Geschäftspraktiken wirklich steht.

„Wir erheben den Anspruch auf Klarheit. Das Verbraucherschutzregister schafft genau das – Klarheit, Verlässlichkeit und Orientierung.“


Ricardo Dietl, Präsident der Bundesverbraucherhilfe

Warum braucht Deutschland das Verbraucherschutzregister?


Weil Verbraucher jeden Tag mit Verträgen, AGBs und Werbeversprechen konfrontiert sind – aber kaum eine Handhabe haben, wenn sie getäuscht wurden. Denn oft heißt es: Einzelfall. Keine Handhabe. Es fehlt an Struktur, an Nachvollziehbarkeit, an konsequenter Transparenz.


Das Verbraucherschutzregister gibt den Verbrauchern endlich die Möglichkeit, nachzusehen, wie ein Unternehmen im Bereich Verbraucherschutz dasteht – ohne sich auf vage Erfahrungsberichte oder unseriöse Bewertungsplattformen verlassen zu müssen. Es geht nicht um Polemik, sondern um Fakten. Um nachweisbare Beschwerden. Um eine Verbraucherstimme, die zählt.

Wer wird eingetragen?


In das Verbraucherschutzregister werden Unternehmen aufgenommen, gegen die sich eine Vielzahl eindeutiger Beschwerden richtet. Es geht nicht um Bagatellen, sondern um systematische Probleme. Jedes Prüfungsverfahren wird transparent dokumentiert. Unternehmen werden informiert, haben die Möglichkeit zur Stellungnahme – aber wir schauen nicht weg, wenn Verbraucher systematisch geschädigt werden.


Was bringt es den Verbrauchern?


Verbraucher können vor Vertragsschluss oder Kauf prüfen: Gibt es Beschwerden? Wie wurde reagiert? Welche Haltung nimmt das Unternehmen ein? Diese Informationen stärken nicht nur die Verbraucherrechte, sondern führen auch dazu, dass Unternehmen wieder Verantwortung übernehmen. Wer fair handelt, braucht das Register nicht zu fürchten. Wer täuscht, muss mit Konsequenzen rechnen.




ZUM VERBRAUCHERSCHUTZREGISTER

Aktuelle Themen

von Aktuelles 11. März 2025
Die aktuellen Sondierungsgespräche zwischen CDU, CSU und SPD zeigen einmal mehr, warum das Vertrauen in die Politik seit Jahren schwindet – und warum es endlich eine ehrliche Debatte darüber braucht. Das Problem ist nicht neu: Immer wieder erleben wir, dass Parteien im Wahlkampf klare Positionen vertreten, nur um sie in Verhandlungen wieder aufzugeben. Natürlich gehören Kompromisse zur Demokratie. Doch wenn zentrale Wahlversprechen schon in der ersten Gesprächsrunde ausgeräumt werden, verliert Politik an Glaubwürdigkeit. Genau hier setzt die Vertrauensoffensive der Bundesverbraucherhilfe an. Vertrauen entsteht nicht durch Wahlplakate oder Slogans – es entsteht durch klare Positionen, die auch nach der Wahl noch gelten . Viele Bürgerinnen und Bürger haben längst das Gefühl, dass es bei politischen Verhandlungen nicht mehr um Inhalte, sondern nur noch um Machtoptionen geht. Wer soll sich dann noch ernst genommen fühlen? Deshalb kämpfen wir für eine neue politische Ehrlichkeit: Wahlversprechen müssen belastbarer sein, Parteiprogramme dürfen keine bloßen Stimmungsbarometer sein, und politische Kompromisse dürfen nicht dazu führen, dass am Ende niemand mehr weiß, wofür eine Regierung eigentlich steht.  Diese Sondierungen sind eine weitere Bewährungsprobe für das Vertrauen in die Politik. Die entscheidende Frage ist: Wird aus ihnen ein glaubwürdiges Projekt für die Zukunft – oder nur ein weiteres Kapitel in der langen Geschichte enttäuschter Wählerinnen und Wähler? Wir werden genau hinsehen.
EU-Fahne
von Aktuelles 25. Februar 2025
Schon allein der Name ist sperrig: Corporate Sustainability Due Diligence Directive. Oder auf deutsch: Richtlinie zur unternehmerischen Nachhaltigkeitssorgfaltspflicht. In der öffentlichen Diskussion werden daher meist die Abkürzung CSDDD (noch kürzer: CS3D) oder die deutsche Kurzbezeichnung verwendet: EU-Lieferkettenrichtlinie. Die Regelung trat im Sommer 2024 in Kraft und muss innerhalb der nächsten zwei Jahre in nationales Recht umgesetzt werden. Im Kern geht es darum, große Unternehmen dazu zu verpflichten, mehr auf die Einhaltung von Menschenrechten und Umweltstandards zu achten. Das betrifft die gesamte Wertschöpfungskette – von der Förderung des Rohstoffs über die Herstellung bis hin zur Bereitstellung von Produkten und Dienstleistungen. Unternehmen tragen dadurch in Zukunft (noch) mehr Verantwortung dafür, mit welchen Zulieferern sie zusammenarbeiten. Umweltschützer und Menschenrechtsaktivisten hatten das schon lange gefordert. Ebenso kritische Verbraucher, die insbesondere bei Kleidung und Nahrung sicher sein wollen, dass bestimmte Standards eingehalten werden.
von Aktuelles 13. Februar 2025
Der Gartenbau ist eine der stillen, oft unterschätzten Schlüsselbranchen unserer Wirtschaft. Er beeinflusst nicht nur, was auf unseren Tellern landet, sondern auch unser Klima, die Biodiversität und die nachhaltige Nutzung unserer Ressourcen. Dennoch wird er in politischen und wirtschaftlichen Debatten oft vernachlässigt. Das soll sich nun ändern – mit der Gründung des Nachhaltigkeitsrats für den Deutschen Gartenbau durch das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL). Der Präsident der Bundesverbraucherhilfe hatte gemeinsam mit Frederick Hesse aus dem BVH-Finanzausschuss die Gelegenheit, an der Gründungsveranstaltung dieses wichtigen Gremiums teilzunehmen. Unsere Teilnahme war aus einem einfachen Grund entscheidend: Nachhaltigkeit ist kein isoliertes Thema für Fachleute, sondern eine Frage, die direkt Verbraucherinnen und Verbraucher betrifft.
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