Die Deutsche Bahn nennt für ihrer Verspätungen und Zugausfälle technische oder organisatorische Probleme. Ob "Dieser Halt entfällt wegen einer Oberleitungsstörung" oder "Wegen Verspätung des entgegenkommenden Zuges", jeder Bahnfahrer ärgert sich über die Störung der Deutschen Bahn - auch das Personal selbst.
Als Bundesverbraucherhilfe geht es uns nicht um die Frage, ob ein umgestürzter Baum auf den Gleisen oder ein langsam fahrender Zug Grund für eine Verspätung ist. Die Verspätungen der Deutschen Bahn müssen abnehmen, Zugausfälle gar vermieden werden. Nicht selten hängen mit einer Fahrt wichtige Entscheidungen zusammen. Ob die Fahrt zu einem Bewerbungsgespräch oder zu einer Beerdigung: Bei den eklatanten Verspätungen und Zugausfällen der Deutschen Bahn ist die Einplanung von Verspätungen gar nicht mehr möglich. Über eine Stunde zu warten ist nämlich keine Seltenheit mehr.
Die Politik will Geld in die Deutsche Bahn investieren. Dabei macht diese immer mehr Schulden: Jeden Tag rutscht die Deutsche Bahn weiter ins Minus und braucht immer mehr Hilfen vom Staat. Die Ursache der Überschuldung liegt auf der Hand: Wenige Menschen möchten sich mit Verspätungen und Zugausfällen diesen Ausmaßes konfrontieren und wählen andere Verkehrsmittel.
Es ist wichtig, dass nicht nur die Investition in die Deutsche Bahn vorangebracht wird, sondern auch gesetzliche Regulierungen dafür Sorge tragen, dass die "Verkehrsmittel wieder schneller grünes Licht bekommen, wenn ein Ast auf die Oberleitung gestürzt ist", sagt Bundesverbraucherpräsident Dietl, der sich für eine funktionierende Schiene bereits jahrelang einsetzt. Die Politik habe vieles richtig gemacht, aber auch viel verschlafen. Es brauche jetzt zügig eine Grundsanierung der Deutschen Bahn.
So sehr die Deutsche Bahn gestärkt werden und in ihre Sanierung investiert werden muss: Vor allem ihre leidtragenden Kunden dürfen nicht in Vergessenheit geraten. "Erst bei einer Verspätung von über 60 Minuten den Fahrtpreis zurückzuerhalten oder erst bei einem völligen Ausfall der Fahrt die Zugbindung zu lösen ist für die Verbraucherinnen und Verbraucher in Deutschland und Europa nicht länger tragfähig", so Dietl.